Mit den beiden Röhrenmonoblöcken von Menning Audio Design gelingt das bravourös. Die Leihstellung war mit der 300B JJ bestückt. Mit der max. Ausgangsleistung von rund 7.5W sollte auch der Betrieb an einem mäßig wirkungsgradstarken Lautsprecher funktionieren. Alles auch über Zimmerlautstärke wurde souverän mit meiner 3-Wege Konstruktion dargestellt. Wenngleich mein Transistor-Verstärker mit seinen 160W ab erhöhter Zimmerlautstärke dann straffer aufspielte und auch lauter.
Also sollten zukünftig Interessierte ein Pärchen Lautsprecher mit mind. 90dB Wirkungsgrad vorhalten oder gleich mit einem Hornsystem gepaart werden.
Was bis zum „Leistungsende“ der Menning-Verstärker jedoch hörbar war, ist schlicht und einfach authentische Musikwiedergabe. Ich persönlich empfand den Klang nicht extra „warm“ – was einem Röhrenverstärker häufig per se nachgesagt wird – es war genau richtig.
Bei einem High-End-Fan kann es schon mal der Fall sein, dass es nicht immer um Musik hören geht, sondern eher darum Töne zu hören und diese zu interpretieren. Und ja - auch mit der Menning-Röhre lassen sich Töne hören – aber noch viel besser Musik.
So werden mit einer besseren Quelle und entsprechend besserer „Software“, wie Audio-Files in Hi-Res, auch mehr Details hörbar. Das musikalische Geschehen wie Bühnenstaffelung wird besser und das ganz ohne esoterische klangverbessernde Maßnahmen. Klar, ein Verstärker soll neutral verstärken und dennoch hat die Kombination Verstärker–Lautsprecher dann doch ein Eigenleben bzw. auch einen eigenen Charakter. In meiner getesteten Kombination möchte ich folgende Klangeigenschaft herausstellen - das Körperhafte. Eine Eigenschaft das meinem Empfinden nach, Instrumente im richtigen Volumen erscheinen lässt. Das hat zwar sicher auch etwas mit der Aufnahme und den Lautsprechern zu tun. Und ob es seitens des Tontechnikers so gewollt in der Tonstudioregie auch klang, kann ich nicht beurteilen. Aber wie im folgenden Hörbeispiel fand ich das was zum Ohr kam schon ziemlich genial.
Gleich der erste Track von Talk-Talk‘s- Spirit Of Eden Album – The Rainbow macht es deutlich. Gitarre, Schlagzeug, Klavier klingen glaubwürdig und selbst die Mundharmonika, die eher progressiv dynamisch das Geschehen aufmischt, nervt zu keiner Sekunde. Die Stimme des leider schon verstorbenen Künstlers Mark Hollis reiht sich schön in die exakt vorhandene Bühne in eigenständiger Position ein.
Nun könnte man einwenden, dass das Album ohnehin „fett“ klingt und selbst kleine Lautsprecher gut dastehen lässt. Was die Bassdrum angeht bestimmt – die ist fast ein wenig zu „fett“ aber der Klang des Gitarrenverstärkers wächst vom 15W Übungsverstärker zu einer glaubhaften Größe. So könnte ich noch eine ganze Weile schwärmen – aber wie steht es um die Technik?
Die Mono’s haben durchaus Tugenden moderner Verstärker – nämlich da rauscht und brummt nichts. Eine clevere Einschaltautomatik lässt die Musik erst dann an die Lautsprecher, wenn die Röhren bereit sind. Und wenn die Verstärker über den satt klickenden Frontschalter wieder ausgeschaltet werden, rauscht es nicht wie bei alten Röhrenradios nach. Laut dem Hersteller Udo Menning könnten die Verstärker auch mit einem optionalen Trigger Eingang ausgestattet werden, denn damit könnte der Nutzer die beiden Boliden mit einem Trigger Impuls anderer Geräte ein- und ausschalten.
Meine Empfehlung – einfach mal reinhören….